Vojta-Therapie

Der Vojta-Therapie liegen „globale Muster“ zugrunde. Als globales Muster werden motorische Reaktionen bezeichnet, die in der normalen menschlichen Entwicklung gesetzmäßig vorhanden sind. Diese sind bei Anwendung der Reflexlokomotion (Reflexkriechen und Reflexumdrehen) das ganze Leben abrufbar. Reflexlokomotion bedeutet, aus genau vorgegebenen Ausgangsstellungen und durch Aktivierung von vorgegebenen Auslösungszonen zur Aktivierung des ZNS zu definierten Bewegungsantworten zu kommen. Die Vojta-Therapie ist altersunabhängig einsetzbar in der Pädiatrie und in der Neurologie; in der Orthopädie vor allem bei Skoliosen und angeborenen Fehlstellungen.

Therapeutischer Ansatz:
Bei der Vojta-Therapie kommt es zur physiologischen Einstellung der Wirbelsäule, Schlüssel- und Extremitätengelenke. Die Muskeldifferenzierung wird reproduzierbar geleistet. Beeinflusst werden außerdem die Atmung, das Vegetativum, gezielte Augenbewegungen und der orofaziale Trakt, wie z. B. Mundschluss und Schlucken. Auch auf die Blasen-Mastdarm-Funktion wird Einfluss genommen. Sowohl das Reflexkriechen als auch das Reflexumdrehen enthalten die motorischen Grundbestandteile der menschlichen Bewegungsabläufe wie Greifen, Umdrehen, Robben, Krabbeln und Gehen. Die systematische Bahnung beinhaltet:

  • adäquate, definierte Reize für alle Schaltungsebenen des ZNS
  • individuelle Dosierung
  • gezielte Greif- und Schrittbewegungen der Extremitäten

Ziel der Therapie:

  • Die erforderlichen koordinierten Muskelaktivitäten zur automatischen Steuerung der Körperhaltung sowie die Greif- und Stützfunktionen der Extremitäten zu bahnen sowie die Reproduzierbarkeit in den Spontanbewegungen
  • Den erforderlichen Reiz in den prägenden Phasen zu geben für die Entstehung bestimmter physiologischer Haltungs- und Bewegungsmuster
  • In der Frühtherapie: Vorbeugung sich abnorm und pathologisch entwickelnder Muster in der Kortikalisierung
  • In der Spät- und Rehabilitationstherapie: Verhinderung oder Reduzierung von Sekundärschäden, Rückgriff auf ehemals vorhandene physiologische Bewegungsmuster
  • Eltern und Angehörige für die häusliche Therapie anzuleiten. Vojta-Therapie sollte im Säuglings- und Kleinkindalter 3-4 x täglich durchgeführt werden.
  • Die Therapie wird je nach Entwicklungsstand des Kindes bzw. der motorischen Fähigkeiten des Erwachsenen immer wieder durch den Vojta-Therapeuten/in angepasst.

Möglichkeit der Verordnung:

  • KG ZNS Kinder (Vojta)
  • KG ZNS

Medizinische Fachgebiete:

  • Pädiatrie
  • Neurologie
  • Geriatrie
  • Orthopädie